 |
| |
|
> Aktuelles |
|
| |
|
|
Aktuelle Neuigkeiten
| 24.03.2006 |
Intakte Nachbarschaft
|
|
| |
Der Schillerpark, zu einem guten Drittel fertig gestellt, ist jetzt schon so gut wie ausgebucht. Wenn sämtliche alten Gebäude der Halluinstraße zurückgebaut sind, werden es anstelle von 221 Wohnungen nur noch 120 sein. Und 85 Prozent dieser Wohnungen sind schon vermietet.
Annegret und Hans Herbert Horstmann gehören zu den Bewohnern der ersten Stunde, wohnten seit 1976 im Hochhaus, Halluinstraße 10, und leben jetzt in der ehemaligen Halluinstraße 18, die nun Schillerpark 8 heißt. Und sie haben alles miterlebt, das anfänglich schöne Wohnen in den nagelneuen Gebäuden mit ihren großen Wohnungen, aber auch den Wandel der Mieterschaft, die Probleme, die sich dadurch auftaten und die daraus fast resultierende Stigmatisierung.
"Als einer unserer Söhne seinen Schulkameraden in der Realschule sagte, dass er auf der Halluinstraße wohnte, wurde er belächelt und zum Teil links liegen gelassen. Das war schon schwierig", erinnert sich Annegret Horstmann. Klar, zählte dieser Häuserblock bereits Mitte der 80er Jahre zu den sozialen Brennpunkten der Stadt. "Aber das war nicht immer so. Zu Beginn lebten in unserem Haus ein Ingenieur, eine Lehrerin und ein Arzt. Die Nachbarschaft war wirklich gut", betont Ehemann Hans Herbert.
Die sich auch später noch zu einem harten, unzertrennlichen Kern entwickelte, als Nachbarin Annemarie Harten einzog. Nachdem ihre Ehe zu Bruch gegangen war, zog sie 1988 mit ihren beiden Kindern in die Halluinstraße 10 und freundete sich schnell mit den ebenfalls im Erdgeschoss wohnenden Horstmanns an. Annemarie Harten sah das soziale Umfeld auch nicht als allzu problematisch an: "Wir hatten sehr nette Nachbarn. Jugoslawen, Türken, Deutsche - es war einfach sehr gemischt."
Schlimmer sei es in dem Haus gewesen, in das sie nach dem Rückbau nun eingezogen sind. Letztlich hätte sie aber nie vor der Entscheidung gestanden, auszuziehen. Anders sah es da bei den Horstmanns aus. "Eine Zeit lang hatten wir mit dem Gedanken gespielt, du ziehst hier aus. Aber wir wollten einfach nicht aus Oer-Erkenschwick weg, obwohl mein Mann in Marl arbeitet. Und als dann der Umbau geplant wurde, entschieden wir uns zu bleiben", so Annegret Horstmann.
Nach der doch deutlich längeren Wartephase ("Fünf Jahre länger hat die Planung wohl gedauert als wir erwartet hatten", so Hans Herbert Horstmann) war der Umstieg aber beschlossene Sache. Gemeinsam mit Annemarie Harten und der Familie Vidovic, mit denen die beiden Familien auch vorher schon guten Kontakt hatten, wurde das Erdgeschoss des Schillerparks 8 bezogen - eine intakte Nachbarschaft, die die Verantwortlichen der Vestisch-Märkischen Wohnungbaugesellschaft in dieser Form erhalten wollte.
Und dass deren Konzept auch aufzugehen scheint und die Wohnungen dementsprechend beliebt sind, belegt eine weitere Tatsache. Die 33-jährige Michaela, Tochter der Horstmanns, wird demnächst eine Wohnung im Schillerpark beziehen. "In die Hochhäuser an der Halluinstraße wäre sie im Leben nicht eingezogen, das hatte sie gesagt, als sie damals bei uns auszog", betont Annegret Horstmann.
Freitag, 24.03.2006 Blickpunkt Stadtumbau West / Quelle: WAZ / LOKALAUSGABE OER-ERKENSCHWICK
|
| |
|
| |
|
|
|
|
|
 |