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| 31.08.2006 |
Lebensrettender Weckruf
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"Anders schlafe ich deswegen nicht", sagt Ursula Lammers. Zusammen mit ihrem Mann Helmut wohnt sie seit zwei Wochen in der frisch sanierten Wohnung der Vestisch-Märkischen Wohnungsbaugesellschaft am Schillerpark. Trotz neuer Umgebung ist die Nachtruhe nicht anders - aber sicherer, denn in den Wohnungen hat die Wohnungsbaugesellschaft Rauchmelder installieren lassen.
Wohnungsbrände gehören zum Alltag. In Deutschland rücken die Feuerwehren im Jahr aus diesem Grund etwa 200 000 Mal aus. Trotz rascher Hilfe sterben jährlich etwa 600 Menschen an den Folgen von Bränden. Dabei geht die unmittelbare Gefahr nicht von den Flammen aus, sondern die Rauchgase führen zu Vergiftungen. "Die meisten Brände entstehen nachts, und wer nicht aufwacht, erstickt", sagt Jörg Achim Schwenzfeier, Sprecher der Geschäftsführung der Vestisch-Märkischen Wohnungsbaugesellschaft. Deswegen habe sich sein Unternehmen dafür entschieden, alle der rund 80 000 Wohnungen des Unternehmens im Laufe der kommenden Jahre mit Brandmeldern auszustatten. "Wir modernisieren in einem Jahr etwa 50 Wohnungen", so Schwenzfeier, zu den Modernisierungsarbeiten gehören nun auch die kleinen, im Ernstfall piependen, Lebensretter. Rund 15 Euro kosten die Geräte, die mit wenigen Handgriffen unter die Zimmerdecken geklebt werden können.
"Sie gehören zur Standardausstattung und wir berechnen dadurch keine höhere Miete", sagt Schwenzfeier. Zum Standard gehört auch, dass die lebensrettenden Technik, die den Rauch im Ernstfall mit Hilfe optischer Sensoren erfasst, regelmäßig gewartet wird. Dabei werden Kräfte gebündelt, denn einmal im Jahr wird der Wärmeverbrauch in den Wohnungen ohnehin von einer Firma an speziellen Messgeräten abgelesen. "Die Techniker überprüfen dann auch gleich, ob die Rauchmelder noch funktionieren." Der Hersteller garantiert den ordnungsgemäßen Betrieb der Batterie-betriebenen kleinen Geräte für zehn Jahre. Anhand einer blinkenden Leuchtdiode kann die einwandfreie Funktion aber auch von den Mietern täglich kontrolliert werden.
"Hier gibt es aber auch einen Testknopf", kaum gesagt, demonstriert Hans-Jürgen Knorr, Prokurist der Wohnungsbaugesellschaft, den Ernstfall. Es piept, anders, durchdringender als jeder Wecker. "Davon wird man sicher wach", so Schwenzfeier.
Wenn die Bauarbeiten am Schillerpark im kommenden Jahr abgeschlossen sein werden, werden in jeder der 120 Wohnungen jeweils drei Rauchmelder für mehr Sicherheit sorgen. "Dabei ist es nicht notwendig, dass sie in jedem Raum montiert sind", so Schwenzfeier. Schlaf-, Kinderzimmer und Flur werden mit den Rauchmeldern ausgestattet. "Natürlich wissen wir, dass auch Mieter anderer Objekte im Stadtgebiet Interesse an diesem zusätzlichen Schutz haben werden", sagt Uwe Goemann von der Geschäftsführung der Wohnungsbaugesellschaft. In Oer-Erkenschwick werden derzeit auch Wohnungen am Grimmweg, der Adam Stegerwald und der Karl Legien Straße saniert und mit Rauchmeldern ausgerüstet.
"Wenn diese Wohnung nicht mit Rauchmeldern ausgestattet gewesen wäre, dann hätten wir selbst welche angeschafft", sagt Ursula Lammers. Diese Sicherheit kann ein sanftes Ruhekissen sein.
Donnerstag, 31.08.2006 Blickpunkt Stadtumbau West / Quelle: WAZ / LOKALAUSGABE OER-ERKENSCHWICK
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