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Schillerpark Stadtumbau West VMW und THS-Gruppe
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01.09.2006 "Wir sind alle stolz auf das Projekt"
  Die 66-Jährige symbolisiert die Zukunft zwischen Halluinstraße und Berliner Platz. Die Vergangenheit ist im Wohnzimmerfenster über der beigen Ledergarnitur noch sehr präsent. In schwarz und grün verstellen Betonplatten zwölf Stockwerke hoch die Aussicht bis zu den Wolken. Als der Betonklotz 1978 errichtet wurde, sprach man vom modernen sozialen Wohnungsbau. Heute bezeichnet man ihn und seine Brüder lapidar als Bausünden der Vergangenheit.

Eine Vergangenheit, mit der die Eigentümerin, die Vestisch-Märkische Wohnungsbaugesellschaft (VMW), nun seit 2004 aufräumt. Rückbau lautet das Schlüsselwort des zukunftsweisenden Projektes, das in Deutschland einzigartig ist. Zwei der drei Wohnblöcke sind bereits fertig umgestaltet. Im September beginnt der Teilabriss und Umbau des letzten Blocks.

Dabei wird wiederum der höchste Turm in der Mitte des Blocks komplett dem Erdboden gleich gemacht, bei den angrenzenden Türmen alle Etagen oberhalb des vierten Stockwerks abgetragen.

So entstehen aus dem alten Baukörper insgesamt sechs zwei- bis viergeschossige Gebäude, die jeweils von einem Penthouse gekrönt werden. Die Fassaden werden von Glas dominiert. Komplettiert wird der Schillerpark durch zwei zusätzliche dreigeschossige Häuser mit jeweils zehn Wohneinheiten plus Penthouse. Der Baubeginn erfolgt ebenfalls im September. Bis Mitte 2007 soll der Schillerpark fertig gestellt sein.

Die insgesamt 120 Wohnungen und fünf Penthouses sind bereits alle vermietet. Das gilt auch für die, die noch gebaut werden. "Der Ansturm ist groß und zeigt, dass wir mit unserem Konzept goldrichtig liegen. Wir sind alle stolz auf dieses Projekt", betont VMW-Geschäftsführer Jörg Schwenzfeier.

Noch vor wenigen Jahren wäre sicher niemand stolz auf den sozialen Brennpunkt rund um die drei Wohnblöcke an der Halluinstraße gewesen. "Die Probleme dort waren uns ja lange bekannt und wir haben jede denkbare Alternative ins Auge gefasst. Vom Abriss bis zum Zumauern. Das eine war zu teuer und das andere wollten wir der Stadt nicht antun. So haben wir das Rückbau-Konzept entwickelt." Auch das war aber aus Kostengründen nicht realisierbar.

Dann initiierte die Bundesregierung in Anlehnung an entsprechende Fördermaßnahmen in den neuen Bundesländern das Projekt "Stadtumbau West". "Wir brauchten unser fertiges Konzept nur aus der Schublade zu holen." Mit acht Millionen Euro fördert der Staat den 17 Millionen Euro teuren Umbau. "Betriebswirtschaftlich wird sich dieses Projekt lange nicht auszahlen. Aber es ist eine Investition in die Zukunft."

Und die steht im Schillerpark unter dem Motto "funktionierende Nachbarschaft". Um die zu gewährleisten, achtet die VMW sehr auf die Zusammensetzung der Mieterschaft. Deshalb wurde mit der Stadt vereinbart, dass ein Berechtigungsschein nicht zwingend ist.

Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen neuen und alten Mietern ein umfassendes Wohlfühlpaket an. Das reicht vom professionellen Reinigungsdienst, einer engen Kooperation mit dem benachbarten Seniorenzentrum mit Betreuungs- und Schlüsseldienst bis hin zum Service-Techniker, der täglich vor Ort als Ansprechpartner fungiert und für die vielen betagten Bewohner auch kleine Reparaturen ausführt.

Die Wohnungen verfügen nicht nur über eine hochmoderne Ausstattung mit Multimedia-Anschlüssen in mehreren Räumen und einer Nebenkosten senkenden Isolierung, sondern auch über Rauchmelder, die sogar kostenlos gewartet werden. "Dies erhöht die Sicherheit enorm." Solche Rauchmelder will VMW zukünftig in allen ihren renovierten und neuen Wohnungen einbauen.


Freitag, 01. September 2006 | Quelle: Stimberg Zeitung (Oer-Erkenschwick)

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