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Schillerpark Stadtumbau West VMW und THS-Gruppe
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13.04.2007 Das Geld ist gut angelegt. Bau spielt keine Rolle
  Wie viele Wohnungen hat die VMW im Vest?

Schwenzfeier: Wir bewirtschaften 16 000 Wohnungen im Vest. Im gesamten Ruhrgebiet sind es 60 000 Wohnungen. Die meisten davon haben wir aus dem Bestand des ehemaligen Bergarbeiterwohnungsbau übernommen.

Haben Sie auf den demographischen Wandel reagiert?

Schwenzfeier: Ja, schon sehr früh. Seit acht Jahren sind wir dabei, unsere Wohnungsbestände auf den neuesten Stand umzubauen. Das heißt, die Türen werden breiter, das Bad wird größer und in den Wohnungen gibt es keine Stufen. Eben das, was man heutzutage unter barrierefrei versteht. Außerdem bauen wir da, wo es geht, Aufzüge ein.

Das hört sich nach viel Geld an. Wie hoch sind die Investitionen?

Schwenzfeier: Wir werden allein in diesem Jahr 80 Millionen Euro in die Modernisierung investieren.

Lohnt sich das?

Schwenzfeier: Das Geld ist gut angelegt. Wir sind bemüht, dass unsere Mieter lange bei uns bleiben. Und die Realität gibt uns recht. Wir haben allein 1750 Mieter, die 30 Jahre und länger in unseren Häusern wohnen. Der Leerstand ist vergleichsweise gering. Vermieter und Gesellschaften, die nicht auf den Wandel reagieren und investieren, werden es schwer haben, ihre Wohnungen zu vermieten und über kurz oder lang vom Wohnungsmarkt verschwinden.

Wie sieht die Altersstruktur bei den Mietern aus?

Schwenzfeier: Jüngere Leute unter 20 haben wir kaum. Lediglich 19. Etwa 2600 sind zwischen 21 und 60 Jahre alt. Der größte Teil ist über 60, Über 70 sind 1504 Mieter und über 80 sind 614. Aus diesen Zahlen lässt sich leicht ablesen, dass die Leute viel länger als noch vor Jahren in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

Mit der Wohnung allein ist es dabei nicht getan, oder?

Schwenzfeier: Da haben Sie völlig Recht. Die Lage der Wohnung ist wichtig. Viele wollen nach Möglichkeit stadtnah wohnen oder in Bereichen, wo sie das, was sie zum täglichen Leben brauchen, in der Nähe haben. Eine gute Anbindung spielt eine große Rolle. Ideal ist es, wenn der Weg zum Geschäft, Arzt, Apotheker oder zu kulturellen und Freizeitmöglichkeiten fußläufig erreichbar ist.

Gibt es darüber hinaus spezielle Angebote?

Schwenzfeier: Wir haben eine Gesellschaft, die zusätzliche Angebote stellt. Ein Paket, das ein Notrufsystem beinhaltet, aber auch Serviceleistungen wie das Erledigen des Einkaufs bis hin zur Haushaltshilfe. Außerdem gibt es eine Art Videotelefon, wo via Webcam kommuniziert werden kann. Übrigens: Leonardo di Caprio hat sich bei uns danach erkundigt. Seine Großmutter lebt in Oer-Erkenschwick und überlegt, in eine unserer Wohnungen zu ziehen.

Richten Sie sich auch auf die aktiven Alten ein? Ist zum Beispiel daran gedacht, in den Häusern Werk- und Bastelkeller einzurichten oder Räume, in denen die Fitness gepflegt werden kann?

Schwenzfeier: Nein, bislang noch nicht. Aber das ist eine sehr interessante Anregung, über die wir nachdenken werden. Was wir haben, sind Räume, in denen Familienfeste gefeiert werden können.

Der Bau von Häusern für den Verkauf spielt bei der Vestisch-Märkischen in den Überlegungen nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Markt dafür sei derzeit nicht vorhanden. Auch der Mietwohnungsbau nimmt deutlich ab. Die Wohnungsbaugesellschaft investiert hauptsächlich in ihren Altbestand getreu nach dem Motto, eine gute Sanierung ist immer noch kostengünstiger und effektiver als ein Neubau.

Freitag, 13.04.2007 / Quelle: WAZ / LOKALAUSGABE OER-ERKENSCHWICK
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